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Gedanken zur Entstehung meiner Bilder
 
Bei Ausstellungen bin ich wiederholt gefragt worden, wie meine Bildideen entstehen, welche Techniken ich anwende und was die Bilder ausdrücken sollen.
 
Zur Bildidee:
Der Impuls zu einem Bild kommt intuitiv aus dem Unbewussten, was jedoch insofern nicht ganz richtig ist, da er schon erlebt wird – sagen wir besser der Vorgang ist halbbewusst. Die Impulse werden teilweise von außen ausgelöst, z.B. durch eine Abbildung in einer Zeitschrift, den Besuch einer Ausstellung oder eines Museums. Danach beginnt die eigentliche bewusst gestalterische Arbeit: Form, Farbe, Materialien, Bildaufteilung usw. Ferner ist das Maß der Abstraktion zu finden, das Ausbalancieren von angedeuteter, gegenständlicher Darstellung und abstrakter Bildkomposition. Im Prinzip gehören meine Bilder zur abstrakten Malerei.
 
Monochrom erscheinende Flächen sind in sich differenziert als Ausdruck von Übermalungen, mehrschichtigem Aufbau und manchmal von gesetzten Verletzungen der Oberfläche. Ältere Schichten sind oft noch mehr oder minder deutlich zu sehen und tragen damit zur Entstehungsgeschichte eines Bildes bei. Nicht selten kommt es vor, dass Bilder übermalt oder stark umgestaltet werden. Ich bevorzuge die Mischtechnik.
 
Zur Darstellung:
Eine konkrete Darstellung im Bild ist in der Regel nicht beabsichtigt. Veranstalter von Ausstellungen - vor allem von zeitgenössischer abstrakter Malerei - wünschen oft Bildtitel. Sofern ich Bildtitel angebe, sind sie meist im Nachhinein entstanden, haben also bei der Entstehung keine Rolle gespielt. Titel werden überdies der Komplexität und Bedeutungsvielfalt eines Bildes nicht gerecht oder interpretieren es in eine bestimmte Richtung. Ich habe deshalb auf Bildtitel weitgehend verzichtet. „Wo das Wort endet, fängt die Bildkunst an.“
 
Zur Wirkung des Bildes:
Zeigt man ein Bild, so zeigt man auch etwas von sich, ein Umstand, der mir früher nicht ganz leicht gefallen ist. Gleichzeitig gehören die Bilder nicht mehr mir: Ich habe sie in die Öffentlichkeit entlassen, der Betrachter macht damit, was er will. Das führt z.B. dazu, dass Dinge gesehen werden, die ich gar nicht intendiert habe. Ebenso werden durch das Bild beim Betrachter sehr unterschiedliche Gefühle angesprochen. Sie reichen von: - sagt mir nichts, - spricht mich nicht an, - finde ich schrecklich, bedrohlich, - etwas stört mich daran , oder: - löst ein warmes Gefühl aus, - ist klar komponiert, differenziert, ideenreich, abstrakt, harmonisch, spannungsreich, vielfältig, ruhig usw. Ich besitze über ein Bild keine Deutungshoheit (und will sie auch nicht haben). Der Betrachter eignet sich das Bild an.
 
Zur Betrachtung:
Ich wünsche mir, dass der Betrachter die Bilder einfach auf sich wirken lässt, vielleicht auch neugierig ist, das eine oder andere darin zu entdecken, d.h. ein Prozess der inneren Auseinandersetzung – mit welchem Ergebnis auch immer – stattfindet. Das Bild soll das Gegenüber erreichen.